Einen Liebeserklärung an Patternhacks – Brauch ich den Schnitt wirklich? Und wie du in 4 Schritten aus einem Hosenschnitt einen Rock machen kannst.

Brauch ich wirklich einen neuen Schnitt oder geht das auch anders? Diese Frage hab ich mir oft gestellt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es oft auch anders geht. Meine Lösung: Patternhacks. Was das ist:

the pattern [pætən] engl. = Schnittmuster, to hack [hæk] engl. = etwas zerreißen oder verändern
„(…) eine Art einfallsreiche Experimentierfreudigkeit („playful cleverness“) mit einem besonderen Sinn für Kreativität und Originalität („hack value“). Das Ergebnis ist ein Hack.“ (Quelle)

Für mich bedeutet das, dass ich nur wenige Grundschnitte benötige, die ich mal einfach, mal komplex verändere um etwas Neues zu schaffen. Dadurch kann man sich kreativ ausleben, neues ausprobieren und vor allem lernen Schnittmuster zu verstehen. Darum liebe ich Patternhacks ♡#dasnähenisteinwunschkonzert.

Die Ideen zu Patternhacks sammel ich ganz einfach auf der Straße, in Zeitschriften oder im Laden und halte sie dann in meinem Nähbujo fest. Aber natürlich sammel ich auch über das Internet via Pinterest und Instagram. Kennt ihr schon die Sammlungsfunktion von Instagram? Diese ist so konzipiert, dass nur du die Inhalte sehen kannst, aber als Ergänzung zu Pinterest für das „schnelle Merken“ ganz praktisch. Bei mir sieht das beispielsweise so aus:

Wie du in 4 Schritten aus einem Hosenschnitt einen Rock machen kannst:

Dir ist deine Jeans nicht gelungen? Du findest keinen guten Schnitt für einen simplen Rock? Du hast einen guten Schnitt für eine Hose und würdest daraus gerne einen Rock machen? Kein Problem, in den folgenden 4 Schritten zeige ich dir, wie du aus deiner Lieblingshose einen Rock machen kannst.

 

Patternhack Nähen DIY

1. Die vordere Mitte lässt sich am einfachsten anpassen, hier folgt du mit dem Zuschnitt entlang der Schrittnaht am Übertritt. Diese verlängerst du bist zur gewünschten Länge.

2. An den Seitennähten musst du die Rundungen der Hüfte beachten. Vor allem bei dem hier gewählten Grundschnitt einer Skinny Jeans von The Couture, den ich hier schon genäht habe (gaaaaanz toller Schnitt + Workshop). Hierfür überträgst du die Linie bis du ungefähr auf Schritthöhe bist und lässt die Linie dann nach unten gerade auslaufen, wie auf dem Foto zu sehen (sonst würde es zu eng werden).

3. Hintere Seitennaht anpassen passt du genauso an wie die vordere Seitennnaht.

4. Die hintere Mitte ist etwas kniffeliger. Auch hier überträgst du die Linie zunächst entlang der Rundung des Gesäß. Ab dem Punkt wo der Schnitt der Hose steil nach außen geht verlängerst du die Linie nach unten. Wunder dich nicht, dass die Schnittlinie oben nicht gerade ist, das Gesäß muss ja nachher noch reinpassen ;). Hier musst du im Nachhinein ggf. ein wenige korrigieren. Daher empfehle ich, diese Naht erst zu heften. Da jeder Schnitt anders ist, kann man hier leider keine Anleitung liefern, die auf alle Hosenschnitt passt.

Dann nähst du die den Rock einfach nach Anleitung deiner Hose und fertig ist ein Rock 🙂

TIPP: Ich übertrage Schnitte übrigens immer auf Musterflies von Stoff und Stil, das ist günstig, fest, knickt nicht – kann es aber falten und man kann drauf malen!

Patternhack Nähen DIY

In dem Raglanpulli versteckt sich übrigens auch ein Patternhack. Einfach einen Streifen aus Bündchen oder Reststoff halbmondförmig oder gerade und gerafft in die vordere Naht einnähen. Vorher den Streifen mit einem Rollsaum versäubern und fertig.

 

Rund um das Thema Patternhack habe ich noch ein paar tolle Blogempfehlungen für euch:

Laura vom Blog tagträumerin hat ein (zwei) ganze tolles Bücher mit Schnitten nach dem Baukastenprinziep erstellt. Das Buch 1 Schnitt 10 Kleider ist wirklich großartig und die Kleider so unfassbar wandelbar – das entspricht voll meinem Geschmack.

Anja vom Blog und Schnittmusterlabel Rapantinchen hat den Patternhack quasi perfektioniert. Sie bringt zu vielen ihrer eigenen Schnitte Patternhack Anleitugen heraus. Das macht ihre, eher auf Basics ausgelegten, Schnitte so unfassbar wandelbar.

Auch Lisa von fashiontamtam verfolgt mit ihrer #ootd Kollektion ebefalls das Prinzip Basic Schnitte mit Patternhack aufzuwerten. Bald kommt übrigens der neue Schnitt #turtle raus , den ich probe nähen durfte. Seid gespannt.

Fredi von seemannsgarn handmade hat mich auf die Idee mit dem Patternhack für den Rock gebracht. Sie hat eine genähte Hose in einem Rock umgewandelt, da die Hose nicht so gut saß. Das ist eine gute Alternative zu meiner Version, die ihr hier finden könnt.


Und jetzt viel Spaß beim patternhacken.

Rosa und Blau sind übrigens meine Farben für den November bei 12 Colours of Handmade Fashion. Den Beitrag wollte ich auch noch so gerne nachholen und jetzt hab ich es endlich geschafft.

Laura


Verlinkt bei

12 Colours of Handmade Fashion & Rums 

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2 Kommentare

  1. Liebe Laura! Dein Rock ist wunderschön geworden. Die Farbe ist sooo genial – würde ich auch sofort nehmen :). Den Patternhack muss ich mir auf jeden Fall merken, danke dafür :). Ich nähe gerade am alles am liebsten Volantärmel – mal sehen wann das aufhört :D. Liebe Grüße Anja

    1. Danke Anja 🙂 Volant finde ich auch total super, mich persönlich nervt es am Ärmel allerdings. Ich mag Volant gerne am Saum als Bundabschluss.

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